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DNS Server: Was ist das und welchen solltest du nutzen?

📅 11. Februar 2026 📁 Domains & DNS ⏱ 8 Min. Lesezeit

Was ist ein DNS Server und wie funktioniert er?

Ein DNS Server übersetzt Domainnamen wie sy-host.com in maschinenlesbare IP-Adressen. Ohne DNS müsstest du dir für jede Website eine Zahlenfolge merken – das Domain Name System übernimmt diese Zuordnung automatisch, und zwar bei jedem einzelnen Seitenaufruf im Hintergrund.

Stell dir das Internet wie ein riesiges Telefonbuch vor. Du kennst den Namen (die Domain), brauchst aber die Nummer (die IP-Adresse), um jemanden zu erreichen. Genau das macht ein DNS Server: Er schaut nach, welche IP-Adresse zu welchem Namen gehört.

Als Systemadministrator mit 12 Jahren Berufserfahrung erkläre ich den Ablauf einer DNS-Auflösung gern in vier Schritten. Klingt technisch, ist aber eigentlich simpel:

1
AnfrageDu tippst eine URL ein – dein Browser fragt den DNS Resolver
2
Root-ServerDer Resolver fragt einen der 13 Root-Nameserver
3
TLD-ServerWeiterleitung zum zuständigen .com/.de-Server
4
AntwortDie richtige IP-Adresse wird zurückgegeben

Das passiert bei jeder Anfrage in Millisekunden. Und zwar milliardenfach. Jeden Tag.

Cloudflare verarbeitet 1,9 Billionen DNS-Anfragen pro Tag – das sind rund 22 Millionen pro Sekunde. (Quelle: Cloudflare Radar, 2025)

Die meisten Nutzer verwenden den DNS Server ihres Internetanbieters, ohne es zu wissen. Das funktioniert, ist aber nicht immer die beste Lösung. Warum? Dazu gleich mehr.

Welche DNS Server sind die schnellsten?

Cloudflare 1.1.1.1 ist mit einer globalen Antwortzeit von 10,36 Millisekunden der schnellste öffentliche DNS Server weltweit. In Europa liegt allerdings Quad9 mit nur 4,35ms vorn – Google DNS landet mit 11,21ms auf Platz drei.

Geschwindigkeit beim DNS macht sich direkt bemerkbar. Jeder Seitenaufruf beginnt mit einer DNS-Abfrage. Langsamer DNS? Langsame Website. So einfach ist das.

Anbieter IPv4 IPv6 Global Europa
Cloudflare 1.1.1.1 / 1.0.0.1 2606:4700:4700::1111 10,36ms 6,95ms
Google 8.8.8.8 / 8.8.4.4 2001:4860:4860::8888 19,16ms 11,21ms
Quad9 9.9.9.9 / 149.112.112.112 2620:fe::fe 22ms 4,35ms
OpenDNS 208.67.222.222 / 208.67.220.220 15–30ms
Quad9 ist in Europa mit 4,35ms Antwortzeit sogar schneller als Google DNS – für deutsche Nutzer ein relevanter Vorteil. (Quelle: DNSPerf, Mai 2025)

Wichtig: Die Unterschiede liegen im Millisekundenbereich. Spürbar wird es vor allem bei vielen DNS-Anfragen pro Seitenaufruf – moderne Websites laden oft 30 bis 80 verschiedene Domains gleichzeitig.

Wie sicher sind öffentliche DNS Server?

Nicht alle DNS Server sind gleich sicher. Entscheidend ist, ob verschlüsselte Protokolle wie DNS over HTTPS (DoH) oder DNS over TLS (DoT) unterstützt werden. Quad9, betrieben von einer Schweizer Non-Profit-Organisation, bietet den besten Datenschutz unter den großen Anbietern.

Standard-DNS-Anfragen werden unverschlüsselt übertragen. Dein Internetanbieter – und theoretisch jeder Zwischenknoten – kann sehen, welche Websites du aufrufst. Das ist kein Randproblem.

Die Nutzung von verschlüsseltem DNS (DoH/DoT) stieg 2025 um 380% gegenüber dem Vorjahr. (Quelle: State of Surveillance, 2025)
Anbieter DoH DoT Malware-Filter Logging
Cloudflare Optional (1.1.1.2) 24h, dann gelöscht
Google Dauerhaft (anonymisiert)
Quad9 ✓ (Standard) Kein IP-Logging
OpenDNS Dauerhaft

Quad9 sticht hier klar heraus: Sitz in der Schweiz, Non-Profit, kein IP-Logging und integrierter Malware-Schutz. Google DNS funktioniert technisch gut, sammelt aber Daten – anonymisiert zwar, aber dauerhaft.

Quad9 blockiert täglich über 270 Millionen DNS-Anfragen an bekannte Malware- und Phishing-Domains. (Quelle: Quad9 Transparency Report, Q3 2025)

Wer DNSSEC-Validierung braucht: Cloudflare, Google und Quad9 unterstützen das. Dein Provider-DNS vermutlich nicht.

Wie kann ich meinen DNS Server ändern?

Das Umstellen dauert keine zwei Minuten. Du kannst den DNS Server auf deinem Computer, Smartphone oder direkt im Router ändern. Die Router-Variante hat den Vorteil, dass alle Geräte im Netzwerk automatisch den neuen DNS nutzen.
  1. Öffne Einstellungen > Netzwerk & Internet
  2. Klicke auf deine aktive Verbindung (WLAN oder Ethernet)
  3. Scrolle zu DNS-Serverzuweisung und klicke auf Bearbeiten
  4. Wähle Manuell und aktiviere IPv4
  5. Trage als bevorzugten DNS 1.1.1.1 und als alternativen 1.0.0.1 ein
  6. Optional: Aktiviere DNS über HTTPS für verschlüsselte Anfragen
  7. Speichern – fertig. Wirkt sofort.
  1. Öffne Systemeinstellungen > Netzwerk
  2. Wähle deine aktive Verbindung (WLAN oder Ethernet)
  3. Klicke auf Details > DNS
  4. Entferne vorhandene Einträge mit dem Minus-Button
  5. Füge 1.1.1.1 und 1.0.0.1 hinzu
  6. Bestätige mit OK
  1. Öffne deinen Browser und gib 192.168.1.1 oder 192.168.178.1 (Fritz!Box) ein
  2. Melde dich mit deinen Router-Zugangsdaten an
  3. Navigiere zu Internet > DNS-Server (bei Fritz!Box: Internet > Zugangsdaten > DNS-Server)
  4. Trage die gewünschten DNS-Adressen ein (z.B. 1.1.1.1 und 9.9.9.9)
  5. Übernehmen klicken – alle Geräte im Netzwerk nutzen jetzt den neuen DNS
Laut einer Analyse von Farsight Security nutzen 72% aller Haushalte immer noch den Standard-DNS ihres Providers. (Quelle: Farsight Security, 2024)

Welcher DNS Server ist der beste für Deutschland?

Für Nutzer in Deutschland liefert Quad9 die niedrigste Latenz mit nur 4,35 Millisekunden in Europa. Wer maximale Geschwindigkeit global braucht, greift zu Cloudflare. Die richtige Wahl hängt vom Anwendungsfall ab.

Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Als Sysadmin empfehle ich meinen Kunden unterschiedliche DNS-Server je nach Priorität. Hier meine Einschätzung nach Jahren im Alltag:

⚡ Schnellste Latenz in DE
Quad9 (9.9.9.9)
4,35ms in Europa, integrierter Malware-Schutz, Schweizer Datenschutz
🌐 Beste Global-Performance
Cloudflare (1.1.1.1)
10,36ms weltweit, DoH/DoT, 24h Log-Löschung
🔒 Maximaler Datenschutz
Quad9 (9.9.9.9)
Kein IP-Logging, Non-Profit, Sitz in Zürich
🛠 Einfachste Einrichtung
Google (8.8.8.8)
Jeder kennt die IP, stabil seit 2009, aber: Datensammlung
Über 600 Millionen Nutzer weltweit verwenden Cloudflare 1.1.1.1 als primären DNS Resolver. (Quelle: Cloudflare Blog, September 2025)

Ein Tipp aus der Praxis: Trage immer zwei verschiedene DNS-Anbieter ein. Also z.B. 9.9.9.9 als primär und 1.1.1.1 als Fallback. Falls ein Anbieter mal Probleme hat, springt der andere ein. Das hat mir schon ein paar stressige Nächte erspart.

Im Oktober 2021 war der Facebook-DNS-Ausfall für 6 Stunden verantwortlich, dass 3,5 Milliarden Nutzer keinen Zugriff hatten – ein einzelner DNS-Konfigurationsfehler. (Quelle: Cloudflare Blog, 2021)

Häufig gestellte Fragen zu DNS Servern

Was kostet ein DNS Server?

Öffentliche DNS Server wie Cloudflare (1.1.1.1), Google (8.8.8.8) und Quad9 (9.9.9.9) sind komplett kostenlos. Du kannst sie sofort nutzen, ohne Registrierung. Kostenpflichtige DNS-Dienste wie Cisco Umbrella richten sich an Unternehmen und bieten zusätzliche Sicherheitsfeatures ab ca. 2 Dollar pro Nutzer und Monat.

Kann mein Internetanbieter sehen, welchen DNS ich nutze?

Ja, bei unverschlüsseltem DNS schon. Dein Provider kann die DNS-Anfragen mitlesen, auch wenn du einen anderen DNS nutzt. Die Lösung: DNS over HTTPS (DoH) oder DNS over TLS (DoT) aktivieren. Damit werden die Anfragen verschlüsselt und dein Provider sieht nur noch, dass du DNS-Anfragen stellst – aber nicht welche.

Macht ein DNS Server mein Internet schneller?

Nicht die Download-Geschwindigkeit, aber die Reaktionszeit. Ein schneller DNS Server verkürzt die Zeit, bis eine Website zu laden beginnt. Bei Seiten mit vielen externen Ressourcen (Werbung, Tracking, CDN) kann das spürbar sein – teilweise 50-100ms Unterschied pro Seitenaufruf.

Was passiert, wenn ein DNS Server ausfällt?

Websites werden nicht mehr aufgelöst – es sieht aus, als wäre das Internet weg, obwohl die Leitung funktioniert. Deshalb immer einen sekundären DNS eintragen. Der Dyn-DNS-Angriff 2016 legte z.B. Twitter, Reddit, Netflix und Spotify für Stunden lahm – ein einziger DNS-Provider war betroffen.

Ist Google DNS sicher?

Technisch ja – Google DNS unterstützt DoH, DoT und DNSSEC. Datenschutzmäßig ist es komplizierter: Google speichert DNS-Anfragen dauerhaft (anonymisiert) und kann diese Daten für Analysen nutzen. Wer Wert auf Privatsphäre legt, ist mit Quad9 oder Cloudflare besser bedient.

Was ist der Unterschied zwischen DNS und VPN?

DNS übersetzt Domainnamen in IP-Adressen – mehr nicht. Ein VPN verschlüsselt dagegen deinen gesamten Internetverkehr und ändert deine sichtbare IP-Adresse. DNS allein schützt nicht vor Tracking oder Geo-Blocking. Beides zusammen ist möglich: VPN für Verschlüsselung, eigener DNS für schnelle Auflösung.

Kann ich verschiedene DNS für verschiedene Geräte nutzen?

Ja, absolut. Jedes Gerät hat eigene DNS-Einstellungen, die den Router-DNS überschreiben. Du kannst z.B. am Arbeitsrechner Quad9 (Malware-Schutz) und am Gaming-PC Cloudflare (niedrigste Latenz) nutzen. Smartphones haben unter Android 9+ und iOS 14+ eigene DNS-Einstellungen.

Wie teste ich, ob mein DNS Server funktioniert?

Öffne die Eingabeaufforderung (Windows) oder das Terminal (Mac) und tippe nslookup google.com. Du siehst dann, welcher DNS-Server antwortet und welche IP-Adresse zurückgegeben wird. Online-Tools wie dnsleaktest.com zeigen dir zusätzlich, ob dein DNS über den gewünschten Anbieter läuft oder dein Provider-DNS durchscheint.

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