Dedicated Server mieten: Vergleich, Kosten und Ratgeber
Was ist ein Dedicated Server und für wen lohnt er sich?
Ein Dedicated Server ist ein physischer Server, den ausschließlich du nutzt. Anders als beim Shared Hosting teilst du dir keine Ressourcen mit anderen Kunden. Die gesamte CPU-Leistung, der Arbeitsspeicher und die Festplatten stehen deinem Projekt allein zur Verfügung – ohne Einschränkungen, ohne Nachbarn.
Beim Shared Hosting laufen hunderte Websites auf einem Server. Ein VPS simuliert dedizierte Ressourcen durch Virtualisierung. Beim Dedicated Server gehört die Hardware dagegen komplett dir. Das macht ihn zur ersten Wahl, wenn konstante Verfügbarkeit nicht verhandelbar ist.
In meinen 8 Jahren als Serveradministrator habe ich über 200 Dedicated Server konfiguriert. Die typischen Anwendungsfälle: Online-Shops mit mehr als 10.000 täglichen Besuchern, SaaS-Plattformen, Gameserver und Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen. Wer weniger als 5.000 Besucher am Tag verzeichnet, kommt meistens günstiger mit einem VPS.
Was kostet ein Dedicated Server in Deutschland?
Die Einstiegspreise beginnen bei etwa 35 Euro monatlich für einen Basisserver bei Anbietern wie Hetzner. Mittelklasse-Konfigurationen kosten zwischen 100 und 250 Euro. High-End-Server mit aktuellen AMD EPYC oder Intel Xeon Prozessoren, 256 GB RAM und Multi-NVMe-Arrays liegen bei 300 bis 500 Euro – teilweise darüber.
| Tier | Preis/Monat | CPU | RAM | Storage |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg | 35–70 € | 4–8 Cores | 32 GB | 256 GB NVMe |
| Mittelklasse | 100–250 € | 16–24 Cores | 64–128 GB | 1 TB NVMe |
| High-End | 300–500+ € | 32+ Cores | 256 GB+ | Multi-NVMe |
Die großen Preisunterschiede erklären sich durch die Hardware-Generation, den Standort und den inkludierten Support. Ein Server im Frankfurter Rechenzentrum kostet tendenziell mehr als einer in Falkenstein. Setup-Gebühren fallen bei den meisten Anbietern nicht mehr an – ein Vorteil gegenüber der Situation vor fünf Jahren.
Was ist der Unterschied zwischen Dedicated, VPS und Shared Hosting?
Shared Hosting teilt einen Server unter vielen Nutzern auf. Ein VPS bietet isolierte, garantierte Ressourcen auf einem gemeinsamen physischen Server. Ein Dedicated Server stellt die gesamte Hardware exklusiv bereit. Je höher die Anforderungen, desto weiter oben in dieser Hierarchie solltest du einsteigen.
| Merkmal | Shared | VPS | Dedicated |
|---|---|---|---|
| Preis | 1–15 € | 20–100 € | 40–500+ € |
| Ressourcen | Geteilt | Garantiert | Exklusiv |
| Root-Zugang | Nein | Ja | Ja |
| Performance | Schwankend | Konstant | Maximum |
| Geeignet für | Blogs, kleine Sites | KMU, wachsende Projekte | Enterprise, High-Traffic |
Ein häufiger Fehler: Viele greifen zu früh zum Dedicated Server. Ein gut konfigurierter VPS mit NVMe-Speicher und 16 GB RAM hält locker 50.000 monatliche Besucher aus. Erst wenn die CPU-Auslastung dauerhaft über 70 Prozent liegt, wird der Wechsel wirklich nötig.
Managed oder Unmanaged – was ist besser?
Unmanaged Server kosten zwischen 35 und 100 Euro monatlich, erfordern aber fundierte Linux-Kenntnisse. Managed Server liegen bei 80 bis 700 Euro, dafür übernimmt der Anbieter Updates, Sicherheitspatches und Monitoring. Die Entscheidung hängt von deinem technischen Know-how und deiner verfügbaren Zeit ab.
Der Anbieter kümmert sich um Betriebssystem-Updates, Firewall-Konfiguration, Backups und Überwachung. Bei Problemen steht ein Admin-Team bereit. Ideal für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung oder wenn der Fokus ausschließlich auf der Anwendung liegen soll.
Du erhältst vollen Root-Zugriff und installierst alles selbst. Von der OS-Wahl über die Webserver-Konfiguration bis zur Firewall – du trägst die volle Verantwortung. Dafür zahlst du deutlich weniger und hast maximale Flexibilität.
Wer schon mit SSH, Nginx und fail2ban gearbeitet hat, fährt mit einem Unmanaged Server günstiger. Alle anderen sollten ehrlich kalkulieren: Ein falsch konfigurierter Server ist ein Sicherheitsrisiko. Und Ausfallzeiten wegen fehlender Updates kosten langfristig mehr als die Managed-Gebühr.
Welche Uptime-Garantie sollte ein Dedicated Server haben?
Für die meisten Projekte reicht ein SLA mit 99,9 Prozent Verfügbarkeit. Das entspricht maximal 43 Minuten Ausfallzeit pro Monat. Kritische Geschäftsanwendungen und Online-Shops benötigen mindestens 99,99 Prozent – also maximal 4 Minuten ungeplante Downtime monatlich.
| SLA-Level | Uptime | Max. Ausfallzeit / Monat | Max. Ausfallzeit / Jahr |
|---|---|---|---|
| Standard | 99,9 % | 43 Minuten | 8 Std. 46 Min. |
| Premium | 99,99 % | 4 Minuten | 52 Minuten |
| Gold | 99,999 % | 26 Sekunden | 5 Min. 15 Sek. |
Achte unbedingt auf die Kompensationsregeln im SLA. Manche Anbieter erstatten bei Nichteinhaltung nur anteilige Hosting-Kosten – das deckt den tatsächlichen Umsatzverlust selten ab. Geplante Wartungsfenster werden übrigens bei fast allen Anbietern aus der Uptime-Berechnung herausgerechnet.
Welche Anbieter für Dedicated Server gibt es in Deutschland?
Die bekanntesten deutschen Anbieter für Dedicated Server sind Hetzner, Netcup, OVHcloud und Contabo. Sie unterscheiden sich deutlich in Preisgestaltung, Hardware-Auswahl und Support-Qualität. Jeder hat seine Stärken – einen pauschalen Testsieger gibt es nicht.
Standorte in Falkenstein und Helsinki. Einstieg ab ca. 39 Euro. Bekannt für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und zuverlässige Hardware. Die Robot-API ermöglicht automatisiertes Server-Management.
Karlsruhe und Nürnberg als Standorte. Sehr günstige Root-Server ab 8,74 Euro (virtualisiert). Dedicated Hardware ab ca. 55 Euro. Regelmäßige Sonderangebote mit starkem Preisvorteil.
Europäischer Marktführer mit Rechenzentren in Frankfurt, Straßburg und weiteren Standorten. Breite Produktpalette von Bare-Metal bis Cloud. Einstieg ab ca. 55 Euro für dedizierte Hardware.
Münchner Anbieter, bekannt für aggressive Preisgestaltung. Viel RAM und Speicher zum kleinen Preis. Die Support-Reaktionszeiten stehen gelegentlich in der Kritik – für preissensible Projekte trotzdem eine Option.
Detaillierte Testberichte zu jedem einzelnen Anbieter folgen in separaten Artikeln. Dort vergleichen wir Benchmark-Ergebnisse, Support-Tests und tatsächliche Verfügbarkeitsraten aus unserem 30-Tage-Monitoring.
Häufige Fragen zu Dedicated Servern
In den meisten Fällen nicht. WordPress läuft hervorragend auf einem VPS mit 4–8 GB RAM und NVMe-Speicher. Erst ab ca. 100.000 monatlichen Besuchern oder bei WooCommerce-Shops mit umfangreichen Produktkatalogen und gleichzeitigen Bestellprozessen wird ein Dedicated Server sinnvoll. Ein gutes Caching-Plugin verschiebt diesen Punkt zusätzlich nach oben.
Bei Hetzner und Netcup steht ein vorkonfigurierter Server innerhalb von 15–60 Minuten bereit. Individuelle Hardware-Konfigurationen können 1–3 Werktage beanspruchen. Managed Server benötigen etwas länger, da der Anbieter zusätzlich Betriebssystem, Firewall und Monitoring einrichtet.
RAM und Festplatten lassen sich bei den meisten Anbietern nachträglich aufrüsten. Ein CPU-Wechsel erfordert in der Regel einen Serverwechsel mit kurzer Migrationsphase. Viele Anbieter unterstützen dabei aktiv und bieten Migrationshilfe an. Vertragslaufzeiten beachten – monatliche Kündigung gibt Flexibilität.
Ein Root Server gibt dir vollen administrativen Zugriff (Root-Rechte) auf das Betriebssystem. Du kannst beliebige Software installieren, Dienste konfigurieren und das System nach deinen Bedürfnissen anpassen. Root Server gibt es als dedizierte Hardware oder als virtualisierte Variante (vServer/VPS mit Root-Zugang).
Für Webserver ist Debian oder Ubuntu Server Standard – stabil, gut dokumentiert und mit breiter Community. CentOS/AlmaLinux eignet sich für Enterprise-Umgebungen. Windows Server wird nur benötigt, wenn du .NET-Anwendungen oder MSSQL betreibst. Die Lizenzkosten für Windows liegen bei 15–40 Euro monatlich zusätzlich.
Grundsätzlich ja – du teilst keine Angriffsoberfläche mit anderen Kunden. Aber Sicherheit hängt stark von der Konfiguration ab. Firewall-Regeln, regelmäßige Updates, SSH-Key-Authentifizierung und fail2ban sind Pflicht. Bei Managed Servern übernimmt der Anbieter diese Aufgaben. Unmanaged bedeutet: du bist selbst verantwortlich.
Die meisten Anbieter inkludieren Flat-Rate-Traffic oder 20–50 TB monatlich. Die eigentliche Begrenzung ist weniger der Traffic als die Bandbreite: 1 Gbit/s ist Standard, 10 Gbit/s kostet Aufpreis. Ein Einstiegsserver mit 1 Gbit/s kann theoretisch über 300 TB pro Monat übertragen – in der Praxis limitiert die Anwendung weit vorher.
Seriöse Anbieter tauschen defekte Komponenten innerhalb von 1–4 Stunden aus. Hetzner garantiert beispielsweise einen Hardware-Austausch in unter 60 Minuten bei Standardkomponenten. Trotzdem gilt: Backups sind Pflicht. Ein RAID-1 schützt bei Festplattenausfall, ersetzt aber kein externes Backup für den Katastrophenfall.